Häufig werden wir gefragt, wie man am besten oder sinnvollsten Datensicherungen erstellt. Hier einige Gedanken dazu:
Ganz egal, welche Art der Datensicherung gemacht wird: man muss mindestens einmal den “worst case” annehmen und versuchen, eine Datensicherung auch wiederherzustellen. Die schönsten Backups nutzen nichts, wenn der Restore nicht funktioniert.
Bei der Verwaltung von Daten und in Anbetracht der Festplattenpreise sollte man von Anfang an darüber nachdenken, sogenannte RAID-Verbundsysteme zu benutzen. RAID bedeutet “redundant array of independent discs”, was auf deutsch etwa heißt “redundante Anordnung unabhängiger Festplatten”. Kurzer Exkurs: bei RAID-Verbundsystemen sind mehrere Festplatten im Einsatz, und die Daten werden entweder gleichzeitig auf beide Festplatten geschrieben, oder die Daten werden geteilt und auf unterschiedliche Platten verteilt. Bei Interesse ist der Wikipedia-Artikel über RAID sehr zu empfehlen.
Auf unserem Hauptrechner gibt es drei Festplatten: die erste beherrbergt das Betriebssystem und die Programme. Alle Daten werden auf zwei weitere Festplatten geschrieben, die im RAID-1-Verbund geschaltet sind. Das bedeutet, dass bei Ausfall einer Daten-Festplatte alle Daten immernoch auf der zweiten Festplatte vollständig erhalten sind. Somit ist schonmal der Fall eines “Festplattencrashs” halbwegs abgesichert. Das hilft aber nicht, wenn der PC ganz kaputt geht und alle Komponenten beispielsweise durch eine Überspannung beschädigt werden. Dafür brauchen wir eine Datensicherung, die außerhalb des Rechners ist. Welche Möglichkeiten gibt es? Viele. Je wichtiger die Daten sind, desto ausfallsicherer muss das System sein. Fangen wir klein an:
Der Heim-PC:
Eine externe Festplatte, auf die alle Daten kopiert werden, scheint ausreichend. So gibt es zum Beispiel die TakeMS mem.line easy in silber mit einem Speichervolumen von 1 TB (1000 MB) schon für 79,90 €.
Der Office-Rechner I:
Wenn der Computer (auch) dienstlich genutzt wird, kann die eben beschriebene, sehr einfache Backupstrategie zu wenig sein. Hier empfiehlt sich mindestens, eine ähnliche Festplatte zu benutzen, aber das Backup anders zu gestalten: Sicherheitshalber sollte hier einmal ein Voll-Backup gemacht werden, und dann jeden Tag eine sogenannte inkrementelle Sicherung. Dabei werden dann separat die Dateien gesichert, die sich seit dem letzten Voll-Backup geändert haben. Das hat den Vorteil, dass das tägliche Backup deutlich schneller vonstatten geht. Trotz alledem hat man aber von den veränderten Daten immernoch die unterschiedlichen Speicherstände der ganzen Woche im Zugriff.
Der Office-Rechner II:
Wer ein eigenes Unternehmen betreibt, für den ist der Datenbestand reines Kapital. Das muss entsprechend geschützt werden. Es empfiehlt sich, mehrere Backup-Strategien zu nutzen und mindestens einen Backup-Datenträger außerhalb aufzubewahren.
Denkbar ist folgendes Vorgehen: die Daten auf dem PC liegen auf einem RAID-Verbund. Diese Daten werden einmal pro Woche auf einer externen Festplatte gesichert. Diese Festplatte geht nach außerhalb. Täglich wird ein inkrementelles Backup gemacht. Diese Sicherungen verbleiben im Büro unter Verschluß.
Im schlimmsten Fall hat man eine Vollsicherung und muss nur noch die Daten seit diesem Zeitpunkt wieder herstellen. Dies gelingt mit den inkrementellen Backups.
In meinem nächsten Blog zeige ich, welche Software es gibt und welche Möglichkeiten die Betriebssysteme heute mitbringen.
Bis dahin interessiert mich natürlich Eure Meinung. Wie sichert ihr Eure Daten?
